Backen mit Erythrit – endlich wieder Kuchen

In der ersten Phase meiner Ernährungsumstellung habe ich streng auf Zucker, Stärke und stärkehaltige sowie industriell verarbeitete Lebensmittel verzichtet. Ganz ehrlich? Am meisten fehlte mir Brot, echtes Brot und Kuchen.

Obst und Gemüse können schon ein Ersatz für Süßes sein, zumal nach einigen Tagen des Verzichts auf zuckerhaltige Lebensmittel eine veränderte Geschmackswahrnehmung eintritt. Meine Geschmacksnerven sind viel empfindlicher geworden, so dass ich schon beim Essen einer Tomate oder Karotte das Gefühl habe, Süßes zu essen. Nur mein Belohnungszentrum im Gehirn wollte das nicht so richtig akzeptieren. Der Dopaminmangel, der ohnehin schon durch mein ADHS ein Problem darstellt, führte dazu, dass ich nach Alternativen zu Zucker Ausschau hielt.

In der Low-Carb-Community wurde ich dann fündig. Die Verwendung von Erythrit wurde sozusagen meine neue Leidenschaft in punkto Backen und Herstellen von anderen süßen Köstlichkeiten. Zusammen mit Kokos- und Mandelmehl eröffnete sich mir eine ganz neue Welt und ich stand fast täglich in der Küche, um die verschiedenen Rezepte aus dem Low-Carb- und Keto-Bereich auszuprobieren. Dabei habe ich auch Rückschläge erlebt, z.B. backte ich einen Kuchen, den ich zum Schluss löffeln musste, weil seine Konsistenz der eines Breis glich. Ich machte den Fehler Mandelmehl mit Kokosmehl 1:1 zu ersetzen und gleichzeitig den fehlenden Frischkäse mit Erdnussmilch ausgleichen zu wollen. In diesem Zusammenhang empfehle ich dir einen Beitrag Staupitopia über den Austausch von Low-Carb-Mehlen untereinander https://staupitopia-zuckerfrei.de/low-carb-mehl-ersetzen/.

Was ist eigentlich Erythrit?

Erythrit (E 968) ist ein sogenannter Zuckeraustauschstoff aus der Familie der Zuckeralkohole. Er wird mit Hilfe von Pilzen aus normalem Haushaltszucker oder Traubenzucker hergestellt. Er besitzt aber lediglich 70 Prozent der Süßkraft, was eine Höherdosierung in den Rezepten nach sich zieht. Er keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und eignet sich daher für Diabetiker und Menschen, die sich ketogen ernähren. Erythtrit kommt auch als Geschmacksverstärker, Verdickungs- und Feuchthaltemittel zum Einsatz und besitzt eine abführende Wirkung. Verglichen mit den anderen Zuckeralkoholen fällt diese allerdings gering aus.

Die Backspezialist*innen aus der Low-Carb-Szene empfehlen, Erythrit mit Stevia zu kombinieren. Es gibt auch fertige Mischungen im Handel. Mit Stevia soll die fehlende Süßkraft von Erythrit im Vergleich mit herkömmlichem Zucker ausgeglichen werden. Ich habe es noch nicht ausprobiert, weil meine ersten Erfahrungen vor mehreren Jahren mit dem bitterschmeckendem Zuckerersatz eher negativ waren. Natürlich werde ich meine Erfahrungen diesbezüglich an dich weitergeben, wenn ich es ausprobiert habe.

Ziel erreicht?

Mittlerweile ist es so, dass ich den Verzehr von Low-Carb-Backwaren eingeschränkt habe und zwar ganz automatisch. Ich habe so viel davon gegessen, dass es jetzt einfach nicht mehr notwendig ist, jeden Tag zu „naschen“. Ich weiß ja, dass ich könnte, wenn ich wollte und das genügt mir. Ich sehe es nicht mehr als Verzicht an, Kuchen und Süßkram nur noch gelegentlich zu essen. Mein Ziel wäre also fast erreicht, wenn nicht die Sache mit dem Brot noch wäre.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.